Baden in der Stadt: Erfrischende Geheimtipps

Abkühlung gesucht? An heissen Sommertagen kann es in der Stadt stickig werden. Erfrischung bringt ein kurzes Bad: In den meisten Städten ist das kein Problem.

Von Dominique Rast und Camille Marion

ST. GALLEN: Im Natursee plantschen

© St-Gallen Bodensee Tourismus

Im 17.Jahrhundert wurden auf Drei Weihern, oberhalb von St. Gallen mehrere künstliche Weiher gegraben und gestaut. Fünf davon sind auch heute noch erhalten, zwei laden zum Bade: der Mannenweiher und der Frauenweiher. Der Mannenweiher ist heute das städtische Freibad mit freiem Eintritt und ist rund um die Uhr offen. Dort darf bis spät in die Nacht gebadet werden, sofern man sich ruhig verhält. Beim Frauenweiher befindet sich heute das Familienbad. Diese Badeanstalt kostet Eintritt und hat einen abgetrennten Bereich, der nur für Frauen reserviert ist. Die beiden Naturbäder gehören zu den schönsten der Schweiz und sind mittels einer kurzen Wanderung vom Stadtzentrum aus gut zu erreichen. Die Aussicht über die Stadt ist bei jedem Wetter phänomenal.

Anreise: Ab St. Gallen HB Spaziergang durchs Klosterviertel, dann durch die Mühlenenschlucht nach St. Georgen hochsteigen. Alternativ benutzt man die Mühleggbahn, der vollautomatische Schräglift führt durch einen Tunnel vom Klosterviertel direkt nach St. Georgen. Busse: Linien 2 und 8 bis Haltestelle Mühlegg, im Sommer fährt der Gratis-Bäderbus direkt vom Hauptbahnhof zum Frauenbad auf Drei Weihern.


BERN: Mehr Wasser gibt es nirgends

© Sportamt der Stadt Bern

Die bernische Zurückhaltung legt sich, wenn es um die Bademöglichkeiten geht: In welcher Stadt kann man schon an Pelikanen vorbeischwimmen, zwischen Fischen plantschend zugucken, wie Züge fahren, oder sich im grössten Freibad Europas tummeln? Die Pelikane gucken mässig interessiert den Aareschwimmern zu, Züge gibt es vom Lorraine-Bad aus zu sehen, und das liebevoll «Weyerli» genannte Bad Weyermannshaus fasst 25000 Kubikmeter Wasser. Entstanden ist das Bad aus drei Teichen, von denen einer im Lauf der Zeit zu einem Freibad umgestaltet wurden. Bis Ende der 1950er-Jahre plantschen Bernerinnen und Berner in einem Naturweiher, danach wurde das Becken betoniert. Baden ist in Bern grundsätzlich gratis. Die einzige Ausnahme ist die Ka-We-De (Kunsteisbahn und Wellenbad Dählhölzli).

Anreise: Ab Bahnhof mit Tram 7 oder 8 bzw. S-Bahn bis Europaplatz, dann etwa zehn Minuten zu Fuss.


BASEL: gemütlich in den Rhein

© Andreas Zimmermann

Wer beim Rhein an den Chemieunfall von Schweizerhalle denkt, liegt mittlerweile falsch: In Basel lässt man sich gemütlich mit dem Schwimmsack treiben. Schwimmen muss man dennoch können, denn auch der Rhein zieht tüchtig. Nach dem Bad tummeln sich Baslerinnen und Basler gern auf den warmen Rheintreppen. Wer dem Lauf des Flusses folgt, stösst auf improvisierte Gaststätten, zum Beispiel auf die Buvette am Flora-Beach. Zurück in die Stadt bringt einen das Tram. Wer mag, fährt bis Deutschland und spaziert über die Fuss- und Velobrücke bis nach Huningue. Die «Place Abbatucci» hat sich von einem Parkplatz zu einem Ort der Begegnung gemausert: Ein Wasserspiel begeistert vor allem Kinder, nette Restaurants die Erwachsenen.

Anreise: Ab Bahnhof: Tram 8 bis Basel, Rheingasse, bei der mittleren Rheinbrücke rechts zu den Rheintreppen runter.


ZÜRICH: Den See geniessen

© sportamt.ch

In Zürich gibt es eine breite Auswahl von Bädern – geschlechtergetrennt oder gemischt, an der Limmat oder am See. Wer als Frau einen Blick ins Männerbad Schanzengraben werfen will, kann das am Abend: Die Bar Rimini ist im ältesten Bad Zürichs (Baujahr 1864) täglich bei schönem Wetter von 19.30 bis 24 Uhr für alle offen. Am Montagabend sogar mit Markt (montagsmarkt.ch/mercatinorimini). Besonders hübsch ist die Badi Wollishofen. Das kleine Idyll liegt am Strand des linken Seeufers gleich neben der Roten Fabrik. Kinder und Nichtschwimmer fühlen sich dort ebenfalls wohl: Für die Kleinen gibt es Wasserspiele und Spielgeräte, Nichtschwimmerinnen und Nichtschwimmer können sich die Zeit am Töggelikasten oder mit der Bücherkiste vertreiben.

Anreise: Ab Zürich HB mit Tram 7 bis Zürich, Post Wollishofen, danach acht Minuten Fussweg.


FREIBURG: Grüne Oase

© Fribourg Tourisme – Pierre Cuony

Fribourg-Plage lädt dazu ein, auf einem Liegestuhl einen Cocktail zu geniessen und den Sand dieses künstlich angelegten Strands zwischen den Zehen rieseln zu lassen. Wer dagegen nach einer Abkühlung sucht, findet in den Mäandern der Saane, was er sucht. Unweit der Badi Motta, die ebenfalls von den Badegästen sehr geschätzt wird, gelangt man zu den Grandes Rames, wo ein kleiner Strand zu einem nicht sehr tiefen und ruhigen Wasser führt. An schwülen Sommernachmittagen verschafft die einzigartige Kulisse dieser grünen Oase eine willkommene Abkühlung. Hier kann man in den vielstimmigen Gesang der Natur eintauchen, der dem geschichtsträchtigen Gemäuer der Unterstadt ein besonderes Ambiente verleiht.

Anreise: Ab Bahnhof Freiburg: Bus 4 Richtung «Auge» bis Haltestelle Neuveville, dann 200 Meter Fussweg bis zur Saane.


LAUSANNE: Strand in der Stadt

© Laurent Kaczor

Der unweit des pulsierenden Stadtzentrums von Lausanne gelegene Strand Vidy wird von Einheimischen und Touristen gleichermassen geschätzt. Eine mehr als 500 Meter lange Landzunge ragt in den Genfersee. Weite Rasenflächen bieten Platz zum Verweilen nach dem Seebad, zum Picknick und Grillen. Auf der Strandpromenade ist Bewegung angesagt. Ob Walking, Jogging, Velo, Skatingoder Trottinett: Zu jeder Tageszeit kommen Sportliebhaber hier voll auf ihre Kosten.

Anreise: Ab Bahnhof Lausanne: Bus 1 bis Endhaltestelle Maladière-Lac.

NEUENBURG: Seebad und Promenade

© ATE

Nicht weit vom neuenburger Stadtzentrum entfernt bietet der Strand Serrières für Familien, Jugendgruppen und Paare eine grosse Grünfläche zum Ausspannen. Vom Bahnhof Serrières ist der Strand mit seiner grünen Liegewiese und einem Zugang zum Neuenburger See zu Fuss erreichbar. Von dem schönen Steinstrand aus kann man ein erfrischendes Bad nehmen, aber auch auf der langen Promenade flanieren. Der Ort ist mit Toiletten, Duschen und Grillplätzen ausgestattet.

Anreise: Ab Bahnhof Neuchâtel-Serrières zehn Minuten Fussweg.

9 Gedanken zu „Baden in der Stadt: Erfrischende Geheimtipps

  1. Der Bielersee fehlt, oder gehört Nidegg nicht zur Stadt? (Aber klar, alle wollen auf die St. Petersinsel)
    Der Zugersee fehlt auch.
    Excüsi, sonst haben Sie uns richtig gluschtig gemacht auf ein Bad; obwohl der Sommer hat den Zenit bereits überschritten.
    besten Dank.

  2. Nichts gegen diese Bademöglichkeiten, die jede für sich schön sein mag. Mir ist das Baden im Brienzersee, ob an einer der zahlreichen Badestellen mitten im Dorf Brienz oder ausserhalb, umgeben von Schwänen, Enten, Gänsen, Möwen, Kunstwerken, immer noch am Angenehmsten und Entspannendsten!

  3. Der Beitrag zu den Bädern macht mich gluschtig, endlich einmal sie St.Galler Badis auszuoprobieren. Sieht lauschig aus. Einen Ausschnitt des Angebotes in Zürich habe ich mit Jugendlichen ausprobiert. Unser Rating ergab, dass das Strandbad Mythenquai das genialste unter genialen Bademöglichkeiten ist.

  4. Da fehlt doch der Rhein bei Schaffhausen!
    Die Rhybadi muss dringend auf ihre Liste!
    An vier Stellen kann man in Schaffhausen stadtnah den Rhein geniessen:
    am Lindli, in der Flurlinger Badi und in der Langwieser Badi im offenen Rhein; und eben, im ältesten Flusskastenbad Europas, in der Rhybadi, mit Blick auf den Munot!

  5. Nur zu Luzern ist Ihnen nichts eingefallen? Auch die Leuchtenstadt hat ihre erwähnenswerten Badegelegenheiten – schicken Sie mal Ihre Reporter los; sie werden bestimmt fündig!

  6. danke für die badetipps! gestern nacht sind wir von den sanktgaller weihern zurück gereist. die haben wir. voriges jahr bei kühler jahreszeit besucht und geschworen, dass wir bei badewetter mal einsteigen würden. voila, c’est y alleeee ….. + morgens und tagsüber soo friedlich. Übrigens liegt die jugi nah – haltestelle ‚birnbäumen‘ der trogen-bahn vom hbf aus + 10 min. zu fuss durch den wald. einfach supper

  7. Hey,

    sehr guter Artikel! Hätte ich den vorher gefunden, wäre evtl auch eine Bahnreise in Frage gekommen aber so war es auch ok. Ich bin mit ein paar Freunden nach Bad Weyermannshaus gefahren. Wir haben einen Bus über buslead.ch gebucht und sind dort als Unterpunkt für unsere Bernreise hin gefahren. Für mich was das Bad wirklich eins der Highlight, klares Wasser und wunderschön!

    LG

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